Schutz vor sexualisierter Gewalt im Sport

Projekt

Projektziel

Mit dem Projekt Schutz vor sexualisierter Gewalt von Kindern und Jugendlichen im Sport: Prävention, Intervention, Handlungskompetenz soll in der gesamten Sportorganisation ein Klima hergestellt und nachhaltig gefestigt werden, das sowohl Mitarbeitende des Sports in die Lage versetzt, qualifiziert präventiv zu handeln, als auch Betroffene zum Reden ermutigt. Das Projekt ist so angelegt, dass sich präventive Ansätze in der Laufzeit in den einzelnen Abteilungen des LandesSportBundes verstetigen und sich so zu einer Querschnittsaufgabe verdinglichen.

Projektverantwortliche

Projektträger ist der LSB. Die Steuerung des Projektes obliegt im personellen, politischen und strategischen Bereich dem LSB-Vorstandsvorsitzenden, in der inhaltlichen Ausgestaltung der Sportjugend Niedersachsen. Die Projektleitung ist bei der Teamleitung Jugendpolitische Grundsatzfragen/ Jugendarbeit, Abteilung Sportjugend angesiedelt.

Die Projektdauer

beträgt 10 Jahre und läuft bis 2020.

Wir unterstützen Sie durch

die Bereitstellung von Informationen zum Thema und zielgruppenspezifische Aus-, Fort- und Weiterbildungen für

  • Funktionsträgerinnen und -träger aus Vorständen,
  • Vereinsmanagerinnen und Vereinsmanager,
  • Übungsleiterinnen und Übungsleiter, Trainerinnen und Trainer,
  • Jugendleiterinnen und Jugendleiter,
  • Lehrreferentinnen und Lehrreferenten,
  • hauptberufliche Sportlehrkräfte,
  • Leiterinnen und Leiter sowie Betreuerinnen und Betreuer von Freizeiten,
  • Informations-, Lehrgangsmaterialien und -medien,
  • die Entwicklung von Medien für Kinder und Jugendliche, in denen ihre Rechte und Möglichkeiten der Hilfestellung kommuniziert werden.

Wir beraten und begleiten Sie in der

  • Behandlung grundsätzlicher Fragen zu diesem Thema,
  • Entwicklung und Umsetzung einer Verhaltensrichtlinie zum Schutz vor sexualisierter Gewalt in
  • Ihrem Sportverein, Sportbund oder Landesfachverband,
  • Erarbeitung von Verhaltens- und Verfahrensregeln für Ihre Ferienfreizeit,
  • Entwicklung von Ablaufverfahren im Umgang mit Verdachtsfällen auf sexualisierte Gewalt,
  • Erarbeitung und Installierung eines geeigneten Beschwerdemanagements,
  • Herstellung von Kooperationen und Arbeitszusammenhängen mit Beratungseinrichtungen vor Ort.

Nachberichte

Informationsveranstaltung - 26.10.2016

Vertreter der SportRegion Hannover und des deutschen Kinderschutzbundes informierten am 26.10.2016 interessierte VereinsvertreterInnen aus der Region Hannover darüber, wie mit sexualisierten Grenzüberschreitungen gegen Kinder innerhalb des Vereins umgegangen werden kann. Veranstaltungsort war die Akademie des Sports beim Landessportbund Niedersachsen. 

Aufgrund einer Absage der eingeplanten Referentin hielt die Geschäftsführerin des deutschen Kinderschutzbundes Antje Möllmann den Vortrag zusammen mit der 2. stellv. RSB-Vorsitzenden Dagmar Ernst. Inhalt des Vortrags war der Umgang mit sexualisierter Gewalt an Kindern innerhalb des Vereins. In der für das Thema kurzen Zeit wurde den Teilnehmenden nahe gebracht, wie man solche Grenzüberschreitungen erkennen kann, wie man mit dem Wissen über eine solche Grenzüberschreitung umgeht und wie mit dem betroffenen Kind somit umzugehen ist.

Unter anderem heißt das, dass in einem Dialog Fallbeispiele genannt wurden und gemeinsam überlegt wurde, was denn zu tun sei. Außerdem versuchte die Gruppe, die Gefühlslage eines von sexualisierter Gewalt betroffenen Kindes nachzuvollziehen. Der Abend brachte den interessierten Vereinsvertretern nahe, dass ein auf sexualisierte Gewalt gewappnetes Schutzkonzept im Verein sehr wichtig und dass das Thema nicht zu unterschätzen ist.

gemeinsam aktiv - 14.10.2015
Schutzkonzept für Kinder und Jugendliche vor sexuellen Übergriffen im Sportverein

Frau Prof. Dr. Dörte Detert (Hochschule Hannover und stellvertretende Vizepräsidentin des Niedersächsischen Turnerbundes) nahm zum Thema Stellung und sprach von unscharfen Situationen, über die in der Gesellschaft offen gesprochen werden sollte. Sie erläuterte, dass ein Sportverein ein Ausschnitt der Gesellschaft ist und somit keine Schutzzone darstellt. Deshalb muss auch hier für dieses Thema sensibilisiert und angeregt werden, offen damit umzugehen.

Es folgten kurze Vorträge zu folgenden thematischen Schwerpunkten von unseren Tandempartnern Violetta und dem Kinderschutz-Zentrum Hannover. Die Referentinnen gaben zu ihren Themen Beispiele, mit denen sich die Teilnehmer kurz auseinandersetzen sollten. Hierbei wurde klar, dass jeder Mensch unterschiedliche Grenzen und Empfindungen zu den dargestellten Situationen hat.

  • Was ist Missbrauch? (Ursula Mathyl, Fachberatungsstelle Violetta e. V.)
  • Wie entstehen Grenzverletzungen und Übergriffe an Mädchen und Jungen? (Ulrike Minar, Diplom-Sozialwissenschaftlerin, Heilprakterin für Psychotherapie)
  • Weshalb erfahren wir so wenig über Übergriffe an Kindern und Jugendlichen? (Helga Willmann, Beratung Kinderschutz-Zentrum Hannover)
  • Wie können wir gemeinsam aktiv werden? (Thekla Lorenz, Sportjugend Niedersachsen)

Thekla Lorenz stellte das Tandemkonzept, Fachberatungsstellen plus Sportbünde vor, um hier den Vereinen eine Möglichkeit zu geben, sich mit diesem prekären Thema auseinanderzusetzen, sich Ihrer Verantwortung bewusst zu werden und individuelle  Maßnahmen zu erarbeiten z. B. Verhaltensrichtlinien im Verein.

Im Anschluss diskutierten die Teilnehmenden an zwei verschiedenen Tischen zu unterschiedlichen Fragen mit Unterstützung durch das anwesende Fachpersonal. Die Diskussion am ersten Tisch handelte davon, wie man den Opfern die Findung von entsprechenden Ansprechpartnern erleichtern kann, um somit einen Missbrauch aufzudecken. Die Teilnehmer am zweiten Tisch setzten sich mit der Frage auseinander, wie man einen eventuellen Missbrauch erkennt und dementsprechend mit solchen Fällen umgeht. In beiden Fällen wurde empfohlen, stets einen Ansprechpartner der genannten Institutionen zu beteiligen. Die Teilnehmer empfanden die Veranstaltung als hilfreich und wollen das Thema mit in ihre Vorstandsarbeit integrieren.

Verhaltensrichtlinie zur Prävention von sexualisierter Gewalt in der Kinder- und
Jugendarbeit des Sports

Verhaltensrichtlinie

Tandempartner

RSB Hannover
Maschstraße 20
30169 Hannover
0511 800 79 78-0
info@rsbhannover.de

SSB Hannover
Ferdinand-Wilhelm-Fricke-Weg 10
30169 Hannover
0511 1268 - 5300
info@SSB-Hannover.de

Violetta - Fachberatungsstelle
Seelhorststraße 11
30175 Hannover
0511 85 55 54
info@violetta-hannover.de

Kinderschutzzentrum Hannover
Escherstraße 23
30159 Hannover
0511 3 74 34 78
info@ksz-hannover.de

Weitere Informationen zum Thema

Hinweis:

Die Durchführung wird durch die Förderung der Lotto-Sport-Stiftung sowie aus Mitteln der Finanzhilfe des Landes Niedersachsen realisiert.